Bei Religionen Dürfen Wir Kein Wissenschaftler Sein, Ei Minus Für Autosuggestion

Nehmen wir die Religion. Da werden Regeln über Regeln, Dogmen über
Dogmen aufgestellt. "Du sollst...", "du sollst nicht..." wo man
hinschaut. Was Sie wann essen dürfen und was nicht, Wann und wie Sie
beten sollen, welche Kleider sie tragen sollen, wie oft sie in die Messe
in den Tempel gehen sollen, wie ihr Sexleben vor und nach der Ehe
aussehen soll, unter welcher Ausnahme man töten darf.... usw. Nehmen
wir einfach mal hypothetisch an, es gäbe in Wahrheit keine einzige
Verhaltensregel, die uns von einem höheren Wesen in irgendeiner Form
gegeben wurde. (Einfach nur mal zum Spaß so hypothetisch angenommen!)
Eines Tages käme wirklich heraus: Alles, was in so genannten heiligen
Büchern als Regelwerk steht, was uns von deren Vertretern als Gottes
Gebot vermittelt wird, sind rein menschliche Erfindungen, um das
Zusammenleben unter Menschen zu verbessern. Das ist ja ein an sich
ehrenwertes Unterfangen, das Problem ist leider: wenn wir das einem Gott
in den Mund legen, dann dürfen wir nicht mehr Wissenschaftler sein. Dann
dürfen wir das nicht mehr nach dem Ergebnis, nach der Wirksamkeit
überprüfen. Und das ist es, was die organisierten Religionen im Moment tun.

Was die Religionen machen, erinnert mich an eine Fliege, die unermüdlich
versucht den Weg durch das geschlossene Fenster zu suchen. Immer wieder
knallt sie gegen die Scheibe. Sie ist im blinden Glauben überzeugt: Das
ist der richtige Weg. Ich muss nur mehr Schwung holen, ich muss es nur
länger versuchen, ich muss nur alle anderen Fliegen auch überzeugen,
dass das der richtige Weg ist…

 

Alle Religionen hatten in der Weltgeschichte Epochen und Gebiete zur
Verfügung, um zu demonstrieren, dass mit ihrer religiösen Herrschaft der
neue Mensch, die befriedete Erde geschaffen würde. Jeder
Wissenschaftler hätte festgestellt: Experiment gescheitert!

Aber, wie in jeder guten Diktatur, wurde wortreich versucht, jeden
Einwand mit irgend einer anderen Theorie zu entkräften, das nicht
erwartete Phänomen kurzerhand als Ausnahme zu deklarieren, oder zu
sagen, schlechte äußere Einflüsse hätten in der Situation verhindert,
dass unser Ansatz doch klappt. Niemand wagte, den eigenen Ansatz in
Frage zu stellen, sondern man versuchte, die reale Welt sprachlich so
hinzubiegen, dass der eigene Ansatz doch stimmt.

So denkt kein Wissenschaftler, so denkt nur ein Dogmatiker. Ein
Dogmatiker schaut nicht nach dem Ergebnis. Der will sein Dogma
eingehalten wissen und er interpretiert das tatsächliche Ergebnis
sprachlich so lange, bis sein Dogma scheinbar wieder stimmt. Und hier
liegt das Problem dieses Planenten begraben. Deswegen kann sich unsere
Welt menschlich nicht weiter entwickeln.