Das Handeln Des Egoistischen Menschen

Man fand sich damit ab, dass der Mensch für andere Menschen geopfert werden müsse. Die Darsteller wechseln, doch der Handlungsverlauf der Tragödie bleibt immer der gleiche. Ein Menschenfreund tritt auf mit Erklärungen von Liebe für die Menschheit und es endet in einem Meer von Blut. Das geht so weiter und wird immer weiter gehen, solange Menschen glauben, jede Handlung sei gut, solange sie selbstlos ist. Das gestattet dem Altruisten, zu handeln und zwingt seine Opfer, es zu dulden. Die Führer kollektivistischer Bewegungen verlangen nichts für sich selbst. Aber seht Euch die Ergebnisse an.
Die einzige Guttat, die Menschen einander tun können und die einzige Vorschrift für Ihre angemessene Beziehung untereinander heißt: Hände weg!
Der Widerstreit ist uralt. Die Menschen sind der Wahrheit nahe gekommen; doch jedes Mal ist sie zerstört worden und so fiel eine Kultur nach der anderen in Trümmer. Kultur, das ist der Fortschritt zu einer Gesellschaft des Eigenlebens. Kultur, das ist die Entwicklung zur Freisetzung des Menschen von den Menschen.
Nun aber ist in unserem Zeitalter des Kollektivismus die Herrschaft des Zweithänders und Zweitklassigen, das uralte Ungetüm wieder losgerissen und durchrast die Welt. Es hat Menschen auf einen Tiefstand intellektueller Verrohung herunter gebracht, wie es die Erde noch nie erlebte. Ein Grad des Greuels wurde erreicht, der ohne Beispiel ist. Die Gemüter sind vergiftet. Schon ist der größte Teil des Nahen Ostens verschlungen. Kein Mensch kümmert sich darum, etwas zu erlauben oder zu gestatten. Kein Mensch ist dafür verantwortlich. Kein Mensch kann dafür verantwortlich gemacht werden. Das ist das Charakteristikum der Kollektivhandlung. Und unser Land wird in den Strudel gezogen.
Ich bin Baumeister. Ich weiß, was auf einem solchen Fundament erstehen wird. Wir gehen einer Welt entgegen, in der ich mir nicht zu leben gestatten darf. Ich stehe hier und sage, dass ich keinem Menschen ein Anrecht auf eine einzige Minute meines Lebens zuerkenne. Noch auf ein Teilchen meiner Arbeitskraft, noch auf irgendeine daraus hervor gegangene Leistung. Egal wer immer diesen Anspruch erhebt, wie viele Ihrer sind und wie groß Ihre Bedürftigkeit ist.
Ich stehe hier und sage, dass ich ein Mensch bin, der nicht um anderer Menschen willen da ist.
Es muss einmal gesagt werden: Die Welt versinkt in einer Orgie der Selbstaufopferung.
Ich stehe hier und sage, dass die Integrität des schöpferischen Werks eines Menschen von größerer Bedeutung ist als jegliche Wohlfahrtsbestrebung. Die Menschen, die dies nicht verstehen, sind diejenigen, die die Welt zerstören.
Ich stehe hier und setze meine Werte. Auf Grund anderer Werte zu leben, daran liegt mir nichts. Ich erkenne keinerlei Verpflichtung gegen Menschen an, außer einer: Ihre Freiheit zu achten und nicht teilzuhaben an einer Gesellschaft von Sklaven.
Ich bekenne mich treu zu jedem Schöpfer, der je gelebt hat und gelitten hat, zu jeder zerquälten Stunde der Einsamkeit, der Verleugnung, der Verleumdung, der Erniedrigung, die dem schöpferischen Menschen auferlegt wurde und zu den Kämpfen, aus denen er siegreich hervorgegangen ist. Zu jedem schöpferischen Menschen, dessen Name bekannt und auch zu jedem der gelebt, gelitten, gestritten hat und unerkannt untergegangen ist bevor er sein Werk vollbringen konnte. Zu jedem schöpferischen Menschen, der an Leib und Geist zerrüttet wurde.