Eine Andere Perspektive Der Gedankensteuerung, Das Selbtmanagement
Da kommt man schon ins Grübeln, wenn die Sache mal so betrachtet, oder? Eine andere Perspektive der Gedankensteuerung flattert mir heute von meinem Freund Dr. Peter Held aus Montevideo auf den virtuellen Schreibtisch. Hier setzt sich niemand geringeres als der Rhetoriker Matthias Pöhm damit auseinander, wie wir in Dogmen verfangen sind und es eigentlich ganz leicht wäre, da heraus zu kommen und der Welt eine echte Chance zu geben, aber lesen Sie selbst:
1.) Hin zum Wissenschaftler
In einem Artikel des Zürcher Tagesanzeigers vom November 06 wurde ein Wissenschaftler zitiert, der eine Weltraum-Untersuchung zur Zusammensetzung des Sonnenwindes gefahren hatte. Sein Name war Rainer Wieler. Das Ergebnis seiner Untersuchung bestätigte nicht seine vorausgesagte Theorie. Der Forscher sagte wörtlich zum Tagesanzeiger: "Wir haben ein ganz klares Ergebnis, das erfüllt mich mit Genugtuung, auch wenn wir unsere eigene Theorie über Bord werfen müssen". Ich habe im Laufe meiner Karriere als Trainer einiges im Umgang mit Teilnehmer dazu gelernt. Ich war schon immer ein selbst nachdenkender Mensch. Ich halte mir zugute, dass ich durch selbst Nachdenken auf sehr viel Erkenntnisse, Regeln, gekommen bin, die vielleicht 70% dessen ausmachen, was ich heute meinen Teilnehmern in der Rhetorik beibringe. Nun ist es aber so, dass wenn Sie eine Regel aufstellen, auch Widerspruch ernten. Früher hab ich immer für meine Regel gekämpft, ich wurde innerlich emotional, wenn einer eine andere Einschätzung der Wirksamkeit hatte als ich. Es war ja schließlich meine Regel, meine heilige Theorie! Seit Neuestem handle ich anders. Ich bin Wissenschaftler geworden. Ich sage zu dem, der anderer Ansicht ist: "Welchen Vorschlag haben Sie? ... Probieren wir's doch einfach aus!" Dann testen wir's! Wenn ich dann erkenne, dass seine vorgeschlagenen Methode wirksamer ist als meine (Entscheiden tut immer mein Bauch) dann wird seine Regel zur neuen Regel... Ohne negative Gefühle, ohne Nachtrauern, ohne Besserwisserei. Ich schaue nur die Wirkung an. Gibt's keine Wirkungsverbesserung, dann bleibe ich bei meiner alten Regel, wenn doch, werfe ich meine Regel ohne Bedauern über Bord. Das ist der Ansatz eines echten Wissenschaftlers. "... das erfüllt mich mit Genugtuung, auch wenn wir unsere eigene Theorie über Bord werfen müssen!" Ich fahre wesentlich besser damit, als früher. Früher war ich Dogmatiker: da habe ich wortreich versucht, seinen Einwand mit irgend einer anderen Theorie zu entkräften, habe es kurzerhand als Ausnahme deklariert, oder gesagt, schlechte Einflüsse hätten in der Situation verhindert, dass mein Ansatz doch klappt... Früher hatte ich nicht gewagt meinen Ansatz in Frage zu stellen, sondern versucht, die reale Welt sprachlich so hinzubiegen, dass mein Ansatz doch stimmt. Mein Inneres war dabei in Verkrampfung. Zugeben zu müssen, dass ein anderer einen besseren Lösungsweg gefunden hatte, stellte mich vor ein großes Problem.
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