Die Fähigkeiten Zum Selbstmanagement

Wir werden uns halten. Die Seele lässt sich nicht beherrschen; die muss gebrochen werden. Treibe einen Keil in sie, lege Deine Hand darauf – und der Mensch ist Dein. Du brauchst keine Peitsche, er bringt sie Dir schon und bittet Dich noch, gepeitscht zu werden. Schalte ihn um – und seine eigene Maschinerie wird für Dich arbeiten. Brauche ihn gegen ihn selbst.
Wie man das macht? Denken Sie nach, ob Sie das alles nicht seit Jahren hören, aber es nicht hören wollen. Es gibt viele Wege! Dies ist einer: Mache, dass der Mensch sich klein fühlt. Töte sein Streben ab und zerstöre seine Integrität, die Ganzheit und Reinheit seines Wesens. Benutze ihn gegen ihn selbst Gib ihm ein Ziel, das auf die Zerstörung jeglicher Integrität hinausläuft. Predige Selbstlosigkeit. Sage den Menschen, sie müssen für andere Menschen leben. Sage ihnen, Altruismus sei das Ideal Keiner ist ihm je nahe gekommen, keiner wird es je erfüllen. Denn was an Lebenstrieb in ihnen ist, sträubt sich dagegen. Und was kommt dabei heraus? Der Mensch sieht ein, er sei unfähig zu dem, was er als adligste Tugend angenommen hat – und das verleiht ihm ein Gefühl von Schuld, von Sünde, von angeborenem Unwert. Und da das höchste Ideal ja in seiner Reichweite liegt, so gibt er schließlich alle Ideale auf, jedes Streben und jeden Glauben an den eignen Wert. Er fühlt sich verpflichtet, zu verkünden, was er selbst nicht zu leisten imstande ist. Aber man kann nicht halbwegs gut und beinahe rechtschaffen sein. Sich seine Integrität zu bewahren, das erfordert einen harten Kampf. Und warum soll man sich etwas bewahren, von dem man weiß, dass es bereits korrumpiert ist? Seine Seele gibt Ihre Selbstachtung auf – und dann hast Du ihn. Er ist Dein. Er gehorcht. Er ist froh, dass er gehorchen darf – denn er hat kein Vertrauen mehr zu sich, er fühlt sich unsicher, unsauber. Das ist der eine Weg.
Hier ist ein anderer: Töte das Wertungsvermögen des Menschen ab. Vernichte seine Fähigkeit, Größe zu erkennen oder gar zu erreichen. Große Menschen kann man nicht beherrschen. Darum können wir keine großen Menschen brauchen. Doch niemals den Begriff der Größe ableugnen; nur ihn von innen her zerstören! Das Große ist das Seltene, das Schwierige, das Ausnahmsweise. Darum stelle Leistungsmaßstäbe auf, die alle Menschen erfüllen können, auch die Unbegabtesten – damit hemmst Du bei allen Menschen, großen wie kleinen, die Triebkraft. Du hemmst jeden Ansporn zu Besserung, zu Auszeichnung, zu Vervollkommnung. Verlache den wahren Meister der Architektur und behaupte, irgendein Nichtskönner sei ein großer Meister. Damit ist die Baukunst unterwühlt. So zerrüttet man die Literatur, so ruiniert man das Theater. Unternimm aber nicht, alle Heiligtümer dem Erdboden gleichzumachen – das erschreckt die Menschen. Nein, stelle die Mittelmäßigkeit auf den Altar und die Heiligtümer sind weggefegt!